Toyota Supra MKIV Blitz in London

London ist der letzte Ort, an dem man einen 320 km/h-Rennwagen erwarten würden – es sei denn, man ist ein bekennender Autonarr wie Dave Clark. Er schaut von der Westminister Bridge über die Stadt, unbeeindruckt, aber leicht verwirrt von der Aussicht. Er hat in diesem Auto einen Rekordversuch am Nürburgring unternommen, mit 270 km/h nicht einsehbare Passagen durchfahren, ohne zu wissen, wohin die Straße führt. Er war mit allen vier Blitz-Split-Felgen bei 200 km/h in der Luft. Aber er hat nie versucht, Londons Feierabendverkehr im strömenden Regen zu durchqueren.
„Das wird Spaß machen“, sagt er, bevor er einen Burnout macht. Kein leicht quietschenden Burnout, sondern ein donnernder Tornado aus Reifenrauch – auf der Busspur. Die Leute stolpern vorbei und sind sich nicht sicher, ob sie den Ruf der Polizei begrüßen sollen. Dave hat recht, das wird Spaß machen. 750 PS, mit Hilfe von Blitz Racing und Racelogic, sprechen stark dafür. Und haben es bereits bewiesen, als die Supra vor ein paar Tagen einen neuen Rekord auf der Nordschleife des Nürburgrings aufgestellt hat.
„Am Ring sind einige Kurven hinter nicht einsehbaren Passagen versteckt. Viele dieser Kurven sind schnell, was in Ordnung ist, wenn man 250 km/h fährt, aber andere sind Haarnadelkurven. Es gibt eine, bei der ich das Auto vorher Bei 200 km/h seitwärts stellen musste, damit es in die richtige Richtung zeigte, als es in die Kurve ging.“. Es scheint eine Ewigkeit weit weg von dem feuchten Abend in London. Der Verkehr in Richtung Sohos Zentrum wird noch dichter. In der Supra ist alles ziemlich entspannt. Der Motor ist bei niedrigen Drehzahlen überraschend leise und das einzige Geräusch ist das „Tap-Tap-Tap“ der Benzinpumpen hinter Dave. Es fühlt sich nicht wie ein 750 PS-Rennwagen an, bis Dave die Kupplung für einen weiteren Burnout kommen lässt, diesmal vor einem Haufen französischer Schulkinder. Durch das Seitenfenster sieht man, wie die Kinnladen runterfallen.
Fotos von der Toyota Supra A80 MKIV Blitz Racelogic
[rl_gallery id=“5208″]
Sie folgen bis vor die Revue Bar von Paul Raymond, ein weltberühmter Ort. In fünf Minuten hat Dave Autogramme für Amerikaner unterschrieben, türkischen, italienischen und spanischen Touristen erlaubt, im Auto zu sitzen, und wurde von einer wunderschönen Prostituierten angewiesen: „Verschwinde, das ist meine Ecke!“. „Ich wurde nicht nach einem Autogramm gefragt, seit ich als Kind in Filmen mitgewirkt habe.“, sagt Dave. Zwei Polizisten tauchen auf. Der große Polizist liebt das Auto und ignoriert freundlich die Tatsache, dass die Supra im Halteverbot steht. Der kleine Polizist ist misstrauisch. Sein übergroßer Helm rutscht ihm über seine Augen, als er aufschaut, um mit dem großen Polizisten zu streiten. Er geht gedemütigt davon, als Dave dem großen Polizisten erklärt, wie sich das Auto bei 320 km/h verhält – „obwohl ich es auf dem Queens Highway nicht versuchen würde, Herr Polizist.“. Das erste Mal, als das Auto präsentiert werden sollte, war in Santa Pod. Neben dem Wetter, was nicht mitspielte, versagten zwei der Injektoren der Supra und spritzen Kraftstoff direkt in die Abgasanlage. Neben riesigen weißen Wolken produzierte das in erster Linie enorme Spritverluste. Der Verbrauch stieg auf 15 Liter pro Kilometer, während Dave munter durch jeden Kreisverkehr driftete.
Das Neon-Nirvana des Piccadilly Circus steht als nächstes an. Dave versucht etwas mit der Supra: Im zweiten Gang auf Low Boost (540 PS) gibt er Halbgas. Das Auto bricht spektakulär aus. Die Hinterreifen drehen durch, während die Wastegates wie ein Blasorchester klingen. Dann geht es quer auf den Trafalgar Square, die Charing Cross Road hoch und seitwärts zurück zum Piccadilly Circus. „Nichts davon würde bei eingeschalteter Traktionskontrolle passieren“, sagt er. So geht es weiter und das Auto schießt wie ein Überschallflipper durch London. Es klingt auch so. Das System arbeitet mit der Zündung, so dass es effektiv fehlzündet, bis das ABS eingreift. Aus dem Innenraum klingt es eher, als wäre ein Krieg unter der Motorhaube ausgebrochen. Bis zum Heimweg gibt es keine negativen Reaktionen auf die Supra. „Wenn dies ein Porsche wäre, würde die Reaktion anders sein“, sagt Dave. Er hat recht. Die Supra ist nicht sofort erkennbar und bringt daher keine Vorurteile mit sich. Für die Menschen in der Hauptstadt war die Supra weniger ein Auto als vielmehr ein Ereignis, das ihren Donnerstagabend aufhellte.
Fotos: supras.org.nz