Porsche 919 Hybrid Evo Technik-Check

Ein halbes Jahr nach der Rekordrunde des Porsche 919 Hybrid Evo gehen Porsche-Rekordfahrer Timo Bernhard und Neel Jani zusammen mit Steven Mitas, dem technischen Leiter des 919 Hybrid-Projekts, auf die fünf wichtigsten technischen Details ein, die zu der Rekordzeit von 5:19.546 Minuten auf der 20,832 km lange Nordschleife geführt haben.
Das sind im Einzelnen:
1. Fahrwerk:
– neue Querlenker für höhere Steifigkeit
– Pitch Link Suspension: das Fahrwerk hält das Fahrzeug so tief auf der Strecke wie möglich
2. Reifen
– Michelin Slicks: im Vergleich zum WEC-Reifen nochmal 15 Prozent mehr Grip
3. Hydraulik
– beweglicher Heckspoiler, beweglicher Frontdiffusor
– 4-Wheel Brake-by-Wire-System / Torque Vectoring an allen vier Rädern: jedes Rad ist einzeln abbremsbar für optimale Traktion
– überarbeitete Servolenkung für High-Speed-Kurven
4. Aerodynamik
– aktive Aerodynamik: im Vergleich zur WEC-Version über 50 Prozent mehr Abtrieb und eine Effizienzsteigerung von bis zu 66 Prozent
– damit erzeugt der Porsche 919 Evo mehr Downforce als ein Formel-1-Rennwagen
5. Antriebsstrang
– V4: Leistungssteigerung von 500 PS in der Basisversion auf 720 PS im 919 Evo, nur Hinterachse
– Elektromotor: 440 PS, nur Vorderachse
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Fotos: Porsche
Am Porsche 919 Hybrid Evo sieht man somit, was möglich ist, wenn Ingenieure komplett machen können, was sie wollen. Die Basis für das Rekordfahrzeug war das Le Mans-Gesamtsiegerauto und WEC-Langstreckenweltmeister 2015, 2016 und 2017. Befreit von allen Reglementrestriktionen kommt der Hybrid auf eine Systemleistung von 1.160 PS, die sich um gerade mal 849 kg kümmern müssen. Kein Wunder, dass Porsche-Werksfahrer Lars Kern den 919 mal als „Flugzeug fliegen nah am Boden“ beschrieb.
Technische Daten Porsche 919 Hybrid Evo:
– Monocoque: Verbundfaser-Konstruktion aus Karbonfasern mit Aluminium-Wabenkern und geschlossenem Cockpit
– Verbrennungsmotor: V-Vierzylindermotor (90 Grad Bankwinkel) mit Turboaufladung, vier Ventile pro Zylinder, DOHC, ein Garrett-Turbolader, Benzin-Direkteinspritzung, Aluminium-Zylinder-Kurbelgehäuse voll tragend, Trockensumpfschmierung
– Höchstdrehzahl: ≈ 9.000 U/min
– Motormanagement: Bosch MS5
– Hubraum: 2.000 cm3 (V4-Motor)
– Leistung: Verbrennungsmotor: 720 PS Hinterachse (< 500 PS) – MGU: 440 PS Vorderachse (> 400 PS)
– Hybrid-System: KERS mit Motor-Generator-Einheit (MGU) an der Vorderachse, ERS zur Rückgewinnung von Abgasenergie. Speicherung in flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batteriepacks mit Zellen von A123 Systems
– Antrieb: Heckantrieb, Traktionskontrolle (ASR), temporärer Allradantrieb per Boost über E-Maschine an der Vorderachse, sequenzielles, hydraulisch betätigtes Siebengang-Renngetriebe
– Fahrwerk: Vorne und hinten Einzelrad-Aufhängung, Pushrod-System mit einstellbaren Stoßdämpfern und Pitch-Link-System mit aktivem Sperrsystem (kein aktives System in der WEC-Version des 919)
– Bremsanlage: Radindividuelles Brake-by-Wire-System (Vorder-Hinterachs-Brake-by-Wire-System), Monoblock-Leichtmetall-Bremssättel, belüftete Kohlefaserbremsscheiben vorne und hinten.
– Variable Radmomentensteuerung zur Optimierung der Fahrzeugbalance (Bremsmomenten-Verteilung achsindividuell einstellbar)
– Räder und Reifen: Magnesium-Schmiedefelgen von BBS; Michelin Radialreifen, vorne und hinten: 310/710-18
– Gewicht: 849 kg (888 kg inklusive FahrerBallast)
– Länge: 5.078 mm (4.650 mm)
– Breite: 1.900 mm
– Höhe: 1.050 mm
– Tankgröße: 62,3 l
Das Performance-Fahrzeug der letzten Monate schlechthin. Porsche 4ever!
Ikone. Eine mehr im Porsche-Museum.
Was der Hobel abgeliefert hat, Respekt, keine Frage. Aber da drin sitzen. ne danke. Höchstens im Stand 😀
Fahren auf keinen Fall. Man sieht GAR NIX
Fahrende Legende