Volkswagen integriert ChatGPT in seine Fahrzeuge

Volkswagen hat auf der CES 2024 in Las Vegas, die heute gestartet ist, seine Pläne angekündigt, den KI-gestützten Chatbot ChatGPT in seine mit dem IDA-Sprachassistenten ausgestatteten Fahrzeuge zu integrieren. VW will damit das Fahrerlebnis durch KI-Technologie verbessern. Die Einführung ist für das zweite Quartal 2024 geplant und beginnt in Europa. Sie wird zunächst in der Elektrofahrzeugreihe von Volkswagen einziehen, darunter der ID.7, ID.4, ID.5, ID.3 sowie die neuen Tiguan-, Passat- und Golf-Modelle. Autofahrer in den USA müssen dagegen noch ein bisschen Geduld haben. Laut VW wird die Funktion noch in Erwägung gezogen und muss noch interne Genehmigungen für diesen Markt durchlaufen.


ChatGPT, entwickelt von OpenAI, ist seit Monaten das größte Hype-Thema in der IT. Neben VW gibt es bisher nur von Mercedes-Benz KI-News – die Stuttgarter haben den KI-Bot bereits im Juni in ihr MBUX-Infotainmentsystem integriert. Ursprünglich war nur die Steuerung des Infotainment, der Navigation, der Klimaanlage und die Beantwortung allgemeiner Fragen angedacht. Volkswagen verspricht inzwischen aber auch Features wie „Gespräche bereichern, Fragen klären, in intuitiver Sprache interagieren, fahrzeugspezifische Informationen erhalten und vieles mehr – rein freihändig.“ Um das Erlebnis zu verbessern, nutzt Volkswagen außerdem ein spezielleres Large Language Model (LLM) von Cerence namens CaLLM. Cerence kann rund 10.000 fahrzeugspezifische Anfragen beantworten.


Sobald die Funktion gestartet ist, können Fahrer mit dem IDA-Sprachassistenten interagieren, indem sie das bekannte Weckwort „Hallo IDA“ verwenden oder die Lenkradtaste drücken. Stößt der Sprachassistent auf eine Anfrage, die seine Möglichkeiten übersteigt, leitet er die Anfrage an den KI-Chatbot weiter. Die Antwort wird dann über den IDA-Sprachassistenten übermittelt, wobei die Quelle der Informationen deutlich angegeben wird.
Das Herzstück des KI-Chatbots liegt im Zusammenspiel zwischen dem Chat Pro-Produkt des Softwareunternehmens Cerence und dem großen Sprachmodell von OpenAI. Zur Sicherheit hat Cerence dabei den Antworten des Chatbots bestimmte Einschränkungen auferlegt. Sensible Themen, einschließlich des Israel-Hamas-Krieges, kommen nicht zur Sprache. Bei einem Test auf der CES verzichtete der Chatbot sogar auf Fragen, die möglicherweise andere Autohersteller fördern oder kritisieren könnten.
Stefan Ortmanns, CEO von Cerence, deutete bereits die Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen an. Ziel ist es, den Autoassistenten der nächsten Generation von Volkswagen zu entwickeln. Übrigens hat die Integration von ChatGPT nichts mit Cariad, der Softwaresparte des Volkswagen Konzerns, zu tun. Cariad arbeitet seit 2020 an eigenen Softwareherausforderungen des VW-Konzerns.