Mercedes-AMG One bricht eigenen Rekord auf der Nürburgring-Nordschleife

Der Mercedes-AMG One hat einen neuen Rekord auf der Nürburgring-Nordschleife aufgestellt und seinen eigenen Rekord unterboten.
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Obwohl die Zeit schon seit fast zwei Jahren besteht, hat noch niemand den Nürburgring-Rekord von 6:35 Minuten aus dem Jahr 2022 geschlagen, den das Serienauto des Mercedes-AMG One aufstellte. Überraschenderweise hat Mercedes jedoch gerade seinen eigenen Rekord unterboten – und zwar um mehr als fünf Sekunden. Wie sich herausstellte, hatte der Mercedes-AMG One viel mehr in Reserve, als DTM-Fahrer Maro Engel 2022 aus ihm herausholen konnte. Der neue Rekord steht bei 6:29.090 und ist damit das erste Serienauto, das unter die 6:30-Marke fällt. Hier ist das Video der neuen Rekordfahrt auf der Nürburgring-Nordschleife.

Woher hat Engel die Zeit genommen? Der Hersteller machte die Wetterbedingungen dafür verantwortlich, dass der Mercedes-AMG One beim ersten Versuch die Höchstgeschwindigkeit nicht erreichte, da einige Abschnitte der Strecke während der Aufstellung des ursprünglichen Rekords feucht waren. Diesmal hatte Engel eine völlig trockene Strecke mit einer Lufttemperatur von 15 Grad Celsius, Bedingungen, die laut Mercedes „perfekten Grip“ ermöglichten.

Auch ein strategischerer Einsatz des „Energy Flow Control“-Systems half, die Zeit der vorherigen Runde zu verkürzen. Mercedes stellte in Simulatortests fest, dass es insgesamt von Vorteil war, gelegentlich „aufzufahren und auszurollen“, um Energie zurückzugewinnen, die in anderen Teilen der Strecke effektiver eingesetzt werden kann. Engel gewann auch Zeit durch den intelligenteren Einsatz des vom Fahrer aktivierten Drag Reduction System (DRS). Der Mercedes-AMG One sei bereits mit den „maximalen Sturzwerten innerhalb der Liefertoleranz“ ausgestattet. Dazu kommen die werksseitigen Michelin Pilot Sport Cup 2 R MO-Reifen.

Wenn Sie sich fragen, warum Mercedes das Bedürfnis verspürte, seinen Vorsprung gegenüber anderen Serienfahrzeugen auszubauen – es lag bereits mehr als acht Sekunden vor dem Porsche 911 GT2 RS mit dem Manthey-Kit, hat AMG-Chef Michael Schiebe eine Antwort.

„Wir halten den Rekord für Straßenfahrzeuge nun schon seit fast zwei Jahren“, sagte Schiebe. „Aber bei AMG wollen wir die Grenzen des Möglichen immer weiter ausreizen oder sie sogar noch ein wenig weiter verschieben. Deshalb haben wir mit dem einzigartigen AMG One erneut gezeigt, was möglich ist. […] Wir haben den Rekord für Straßenfahrzeuge schon seit knapp zwei Jahren inne. Aber wir wollen bei AMG die Grenzen des Machbaren stets maximal ausloten oder gar noch etwas verschieben. Deswegen haben wir ein weiteres Mal den Beweis angetreten, was mit dem einzigartigen AMG ONE möglich ist. Das ganze Team wurde für seine Mühen und seinen Einsatz belohnt. Ich bin stolz auf diese entschlossene Teamleistung und auf diese fantastische Rekordzeit. Einmal mehr haben wir den Geist und das Können von AMG eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“

Michael Schiebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mercedes‑AMG GmbH und Leiter Geschäftsbereiche Mercedes‑Benz G‑Klasse & Mercedes‑Maybach

Die schnellere Rundenzeit des Mercedes-AMG One wird es für andere einfach schwieriger machen, den Rekord erneut zu schlagen. Porsche entwickelt ständig einen schnelleren 911er, der Aston Martin Valkyrie sieht wie ein Flugzeug aus, und Elektroautos wie der Rimac Nevera R und das kommende elektrische Porsche-Hypercar könnten ebenfalls eine Bedrohung darstellen. Doch jetzt, da AMG die Spielregeln ein wenig weiter nach hinten verschoben hat, besteht die Chance, dass dieses von der Formel 1 inspirierte Hypercar den Rekord noch eine ganze Weile halten könnte.

„Vor zwei Jahren waren die Bedingungen nicht optimal, einige Streckenabschnitte noch etwas feucht. Wir wussten, da geht noch mehr, und das wollten wir zeigen. Heute war es so weit, dass wir das maximale Potenzial des AMG ONE demonstrieren konnten. Vielen Dank an die ganze Mannschaft aus Affalterbach für das in mich gesetzte Vertrauen. Es war mir eine große Freude und Ehre, diese Rekordrunde mit diesem einzigartigen Auto fahren zu dürfen.“

Maro Engel, Mercedes‑AMG Markenbotschafter

Mercedes-AMG One mit Hybridantrieb aus der Formel 1

Der E PERFORMANCE Hybridantrieb des Mercedes-AMG One stammt direkt aus der Formel 1 und wurde in enger Zusammenarbeit mit den Experten von Mercedes‑AMG High Performance Powertrains in Brixworth realisiert. Er besteht aus einer hochintegrierten und intelligent miteinander vernetzten Einheit aus Hybrid‑Turbo-Verbrennungsmotor mit insgesamt vier Elektromaschinen: Eine ist im Turbolader integriert, eine andere befindet sich direkt am Verbrennungsmotor und ist mit der Kurbelwelle verbunden. Zwei weitere treiben die Vorderräder an.

Der 1,6‑Liter-V6‑Hybrid‑Benzinmotor des Mercedes-AMG One mit elektrisch unterstützter Single-Turboaufladung entspricht in seiner Technologie dem Formel 1-Triebwerk. Die vier obenliegenden Nockenwellen werden über Stirnräder angetrieben. Um ein hohes Drehzahlniveau zu erreichen, sind die mechanischen Ventilfedern durch pneumatische Ventilfedern ersetzt. Das in Mittelmotorposition vor der Hinterachse eingebaute Triebwerk dreht bis zu 11.000/min. Für längere Haltbarkeit und die Verwendung von handelsüblichem Super plus Benzin bleibt es jedoch bewusst unter dem F1-Drehzahllimit.

Mercedes-AMG One mit elektrischem Turbolader

Das Hochdrehzahltriebwerk des Mercedes-AMG One wird durch einen Hightech-Turbolader beflügelt. Abgas- und Verdichterturbine sind voneinander entfernt positioniert und durch eine Welle miteinander verbunden. Damit ist eine tiefere Einbaulage des Turboladers möglich. Auf der Welle befindet sich ein ca. 90 kW starker Elektromotor. Dieser treibt elektronisch gesteuert die Welle des Turboladers direkt an und beschleunigt damit das Verdichterrad auf bis zu 100.000/min, bevor der Abgasstrom übernimmt. Die Formel 1 typische Bezeichnung dieser Einheit lautet MGU‑H (Motor Generator Unit Heat).

Größter Vorteil: Das Ansprechverhalten des Mercedes-AMG One verbessert sich direkt ab Leerlaufdrehzahl (wenn der Abgasstrom noch schwach ist) über den gesamten Drehzahlbereich hinweg deutlich. Der 1,6‑Liter-V6‑Motor reagiert noch spontaner auf Fahrpedalbefehle, das gesamte Fahrgefühl ist hochdynamisch. Außerdem ermöglicht die Elektrifizierung des Abgasturboladers ein höheres Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen. Dies steigert die Agilität ebenfalls und optimiert das Beschleunigungsvermögen. Auch wenn der Fahrer vom Gas geht oder bremst, ist die Technologie in der Lage, den Ladedruck stets aufrecht zu erhalten. Damit ist ein kontinuierlich direktes Ansprechverhalten gewährleistet.

Mercedes-AMG One nutzt Turbolader als Generator

Der elektrische Abgasturbolader im Mercedes‑AMG ONE hat noch einen weiteren Vorzug: Er nutzt einen Teil der überschüssigen Energie aus dem Abgasstrom, um als Generator elektrische Energie zu erzeugen. Diese wird entweder in der Hochvolt-Lithium-Ionen-Batterie gespeichert oder der elektrischen Vorderachse beziehungsweise der Elektromaschine (MGU‑K = Motor Generator Unit Kinetic) am Verbrennungsmotor zugeführt. Die MGU‑K leistet 120 kW, ist direkt am Verbrennungsmotor positioniert und über einen Stirnradantrieb mit der Kurbelwelle verbunden. Dies ist ebenfalls eine Technologie, die in der Formel 1 für höchste Effizienz und Performance sorgt.

Turboaufladung und Direkteinspritzung mit strahlgeführtem Brennverfahren ermöglichen nicht nur eine hohe Leistungsausbeute, sondern erhöhen auch den thermodynamischen Wirkungsgrad des Mercedes-AMG One und senken somit den Kraftstoffverbrauch und die Abgasemissionen. Der Hochleistungs-Sechszylinder verfügt über zwei Einspritzsysteme. Die Direkteinspritzung befördert den Kraftstoff mit bis zu 270 bar Druck in die Brennräume. Dies geschieht zum Teil mehrfach und wird nach Bedarf durch die Motorsteuerung geregelt. Die zusätzliche Kanaleinspritzung wird benötigt, um die hohe spezifische Leistung des Motors zu erreichen und gleichzeitig die Abgasgrenzwerte einzuhalten.

Vollvariabler Allradantrieb mit rein elektrisch angetriebener Vorderachse

Die beiden, je 120 kW starken Elektromotoren an der Vorderachse erreichen bis zu 50.000/min Rotorumdrehungen. Sie sind über je ein Untersetzungsgetriebe mit den Vorderrädern des Mercedes-AMG One verbunden. Die somit rein elektrisch angetriebene Vorderachse arbeitet jeweils radselektiv und ermöglicht damit eine individuelle Drehmomentverteilung für besonders hohe Fahrdynamik („Torque Vectoring“). Außerdem lässt sich mit den

beiden E-Motoren auch die Bremsenergie optimal zur Rekuperation nutzen – unter Alltagsfahrbedingungen bis zu 80 Prozent. Diese Energie wird in der Batterie gespeichert und steht für eine längere elektrische Reichweite oder für mehr Antriebsperformance zur Verfügung. Jeder Elektromotor wird von einer eigenen Leistungselektronik gesteuert, die in räumlicher Nähe zu den E-Maschinen im Wagenboden platziert ist.

High Performance Batterie mit Formel 1-Technologie

Auch der Lithium-Ionen-Energiespeicher ist eine spezielle Entwicklung für den Mercedes-AMG One. Seine Technologie hat sich in den Formel 1 Hybrid-Rennwagen des Mercedes‑AMG Petronas F1 Teams unter härtesten Bedingungen bereits bewährt und findet sich auch in der Batterie der Mercedes‑AMG E PERFORMANCE Hybridmodelle wieder. Die AMG High Performance Batterie verbindet hohe, häufig hintereinander abrufbare Leistung mit geringem Gewicht, um die Gesamtperformance zu erhöhen. Hinzu kommen die schnelle Energieaufnahme und die hohe Leistungsdichte. Das bedeutet: Bei einer zügigen Fahrt beispielsweise in hügeligem Gelände können Fahrer bergauf spontan das volle Leistungspotenzial abrufen, während bei Talfahrten stark rekuperiert wird.

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Die Anordnung der Batteriezellen und die Zellkühlung entsprechen dem Mercedes‑AMG Formel 1 Rennwagen. Für den Alltagsbetrieb ist deren Anzahl im Mercedes-AMG One allerdings um ein Vielfaches größer. Die Kapazität von 8,4 kWh reicht aus für eine rein elektrische Reichweite von 18,1 Kilometern. Geladen wird per Wechselstrom und dem integrierten 3,7‑kW-On-Board-Lader. Zusätzlich lässt sich die Batterie per Rekuperation oder vom Verbrennungsmotor mit frischer Energie versorgen. Die Lithium-Ionen-Hochvolt-Batterie und der DC/DC-Wandler zur Unterstützung und Ladung des 12‑V-Bordnetzes sind platzsparend hinter der Vorderachse im Wagenboden untergebracht.

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